Das Ethno-Medizinische Zentrum e.V.

Migration. Service. Gesundheit.

Alle Menschen haben, unabhängig von Herkunft, Bildung oder Geschlecht, dieselben Gesundheits-, Bildungs- und Integrationschancen. Um dieses Ziel zu erreichen, forschen, entwickeln und gestalten wir für gesunde Integration, Teilhabe und Mitwirkung. Wir bieten Service für Migranten*innen, Geflüchtete und Fachkräfte des öffentlichen Sozial- und Gesundheitswesens.

Das Ethno-Medizinische Zentrum e.V. (EMZ) ist ein gemeinnütziger Verein und wurde im Jahr 1989 in Hannover gegründet. An Entwicklung und Aufbau des multidisziplinären Zentrums wirkten Fachkräfte, Expert*innen, Studierende, Wissenschaftler*innen und Personen aus Institutionen öffentlicher Gesundheit sowie der Hochschulwissenschaft, Wohlfahrtsverbänden, Privatwirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft und von Patientenorganisationen mit.
Ziel des Zentrums ist es, die gesundheitliche Versorgung von Migranten*innen und Geflüchteten zu verbessern, Zugangsbarrieren zu Präventionsangeboten abzubauen und gesunde Lebensweisen in Eigenverantwortung zu fördern. Das Zentrum soll als „Brücke zwischen den Kulturen“ zwischen Menschen verschiedener kultureller Zugehörigkeit und ihren unterschiedlichen Vorstellungen von Körper, Gesundheit und Krankheit vermitteln.
Das Ethno-Medizinische Zentrum e.V. trägt mit seinen Konzepten, Projekten und Angeboten zur Integration, Empowerment und Capacity Building sowie zum Aufbau von Selbsthilfestrukturen bei Migrant*innen bei. Es folgt hiermit den Empfehlungen und Grundsätzen der Alma-Ata-Erklärung und der Ottawa-Charta der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und unterstützt mit seinem Wirken die Gesundheitsversorgung, Gesundheitserziehung sowie den Erhalt und die Verbesserung der Gesundheit von Migrant*innen und Geflüchteten.

Durch mehrsprachige Präventionskampagnen, transkulturelle Fortbildungen und den Aufbau von Gesundheitsnetzwerken mit Migrant*innen unterstützt das EMZ gemeinsam mit Institutionen öffentlicher Gesundheit den Zugang zu Angeboten der Gesundheit und Prävention bei Migrant*innen und Geflüchteten. Zudem werden durch Forschungsaktivitäten, Fortbildungen und Trainings Fachkräfte und Fachdienste des Gesundheitswesens in ihrer kulturellen Handlungskompetenz gestärkt.
Das Ethno-Medizinische Zentrum e.V. bietet Migrant*innen und Geflüchteten muttersprachliche und kultursensible Aufklärungs-, Präventions-, Beratungs- und Dolmetscherdienste sowie mehrsprachige Informationsmedien zu verschiedenen Handlungsfeldern der Gesundheit. Hierzu zählen Wegweiser, Ratgeber, Praxisleitfäden und Informationsmaterialien, unter anderem zu Diabetes, Hepatitis, Impfkompetenz, Frauen- und Kindergesundheit, Sucht- und HIV-Prävention, Gesundheit von Geflüchteten oder zum deutschen Gesundheitswesen. Mit den Angeboten des Zentrums werden Migrant*innen unterstützt und motiviert, das Gesundheitswesen bzw. die vorhandenen Versorgungsangebote sinnvoll zu nutzen und Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen.

Besonders wirksam ist hierbei das Gesundheitsprogramm „Gesundheit mit Migranten für Migranten“ (MiMi). Dieser mehrfach ausgezeichnete Integrationsansatz zur transkulturellen Gesundheitsförderung findet in zahlreichen EMZ-Projekten, so auch in dem vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege und der MSD SHARP & DOHME GMBH geförderten MiMi-Gesundheitsprojekt Bayern Anwendung. Die MiMi-Programmtechnologie wurde in einer Case Study der WHO auf ihre Wirksamkeit untersucht und für die nachhaltige Gesundheitsförderung von Migranten*innen und Geflüchteten empfohlen.

Das MiMi-Programm wurde aus Ansätzen der sozialen Teilhabe, des Empowerment und der so genannten Peer Education konzipiert, um die Gesundheitskompetenz von Migrant*innen zu fördern. MiMi rekrutiert, schult und vernetzt mehrsprachige transkulturelle Gesundheitsmediator*innen, die in der Folge in ihren eigenen kulturellen Communities mit Kampagnen über das deutsche Gesundheitssystem, gesundheitliche Herausforderungen und gesunde Lebensweisen informieren. Der Einsatz mehrsprachiger Wegweiser und Informationsmedien, der Aufbau lokaler transkultureller Gesundheitsnetzwerke sowie Evaluation und Wirkungsmessung runden das Konzept ab.
Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich das Ethno-Medizinische Zentrum e.V. als bundesweites und internationales Kompetenz- und Referenzzentrum im Handlungsfeld der Gesundheit von Menschen mit Migrationshintergrund und Geflüchteten etabliert. Bisher wurden in zwölf Bundesländern und neun europäischen Staaten Maßnahmen zur Gesundheitsförderung dieser Zielgruppen umgesetzt. Mit Unterstützung der Bundesregierung, von Landesregierungen, Krankenkassen, der Europäischen Union und aus der Gesundheits- und Sozialwirtschaft konnten Netzwerke für Integration und Gesundheit aufgebaut, transkulturelle Gesundheitskompetenz entwickelt und Zugangsbarrieren zu Gesundheit und Pflege vermindert werden.


Projektzentralen

Die Mitarbeiter*innen, Projekte und Angebote des Ethno-Medizinischen Zentrums e.V. sind in vier Projektzentren bundesweit verankert. In diesen werden MiMi-Programme für die jeweiligen Regionen und Bundesländer koordiniert sowie weitere Integrationsprojekte entwickelt, implementiert und betreut:

• Bundeszentrale des Ethno-Medizinischen Zentrum e.V. in Hannover (Nord- und Westdeutschland)
• MiMi Integrationslabor und Projektzentrum des Ethno-Medizinischen Zentrums e.V. in Berlin (für Ostdeutschland)
• MiMi-Zentrum für Integration in Bayern in München (für Süddeutschland)
• MiMi-Delta-Projektzentrum des Ethno-Medizinischen Zentrum e.V. in Mannheim (für Metropolregion Rhein-Neckar)

 

Geschäftsführung

Ramazan Salman
Dipl.-Sozialwissenschaftler. Geschäftsführer des Ethno-Medizinischen Zentrums e.V.,
Erfinder und Gesamtprojektleiter von MiMi bundesweit und international.
2009 für Beiträge zur Integration mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Ehem.
Mitglied des Committee on Experts of Migration and Access to Health Care des Europarates.
Seit 2014 Mitglied im Editorial Board des WHO Newsletters Migration and Health.
Lehraufträge in Hannover, Heidelberg, Bielefeld, Rennes, Wien, St. Gallen, Zürich. 
 

Vorstand

Vorstandsvorsitzende: Prof. Dr. med. Gisela Charlotte Fischer
Leiterin i.R. der Abt. Allgemeinmedizin und Medizinsoziologie der Medizinischen Hochschule Hannover;
bis 2007 Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen des Bundesministeriums für Gesundheit.
Gegenwärtig initiiert sie Forschungsforen zum Thema „ExploreAging“.

 

Stellvertretende Vorstandsvorsitzende: Gudrun Talas
Unternehmensberaterin im Gesundheitswesen und im Management von Arzt-Praxisgemeinschaften.
Mitbegründerin und dienstältestes Vorstandsmitglied.

 

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender: Ali Türk
Entwickler transkultureller Servicedienste und Organisationen.
Geschäftsführer des Institutes für transkulturelle Betreuung (Betreuungsverein) e. V.,
Vorsitzender von Ambulante Hilfen für Menschen mit Behinderung e.V. und
Vorstand des Arbeitskreises der „Gemeindepsychiatrie Region Hannover“.

 

Beirat: Fernando Angel Cubillos
Geschäftsführer des Transkulturellen Pflegedienstes Hannover e.V.

 

Beirat: Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan
Leiter des Institutes für Transkulturelle Gesundheitsforschung an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg.
Lehrdozent, Supervisor, Trainer sowie Gutachter für Gerichte und internationale Organisationen.
Gewinner des Geneva Summit for Women Rights 2016.

 

Beirat: Shahram Jennati Lakeh
Allgemein beeidigter Dolmetscher und Übersetzer;
Vorsitzender des Vereins „Migranten für Agenda 21 e.V.“

 

Ehrenmitglied: Dr. rer. hum. biol. Jürgen Collatz
Akademischer Oberrat i.R. der Abt. Medizinsoziologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH);
Gründer des Forschungsverbundes Familienmedizin der MHH.
Mitbegründer und ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Ethno-Medizinischen Zentrums e. V.

 

Ehrenmitglied: Prof. Dr. med. Wieland Machleidt
Direktor i.R. der Abt. Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover;
Leiter des Referates für transkulturelle Psychiatrie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Nervenheilkunde.
Ehemaliger Vorstandsvorsitzender des EMZ.

 

Auszeichnungen

Das Ethno-Medizinische Zentrum e.V. sowie seine Vorstände, Mitglieder und Mitarbeiter*innen sind stolz und dankbar für zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen mit denen die erfolgreiche Arbeit ihrer gemeinnützigen Organisation gewürdigt wurde.

2015 erhielt das EMZ den European Health Award als bestes Gesundheitsprojekt in Europa. Die renommierte und bedeutende Ehrung im europäischen Gesundheitswesen würdigte insbesondere die Nachhaltigkeit und Wirksamkeit des MiMi-Programmes in Deutschland und Österreich.

Im gleichen Jahr wurde der Geschäftsführer des EMZ auf dem „European Forum Alpbach 2015“ in Österreich als Pionier des Europäischen Gesundheitswesens ausgezeichnet.

2008 wurde das EMZ vom Deutschen Nachhaltigkeitsrat in Berlin als Leuchtturmprojekt für eine Kultur der Nachhaltigkeit prämiert.

2008 wurde Geschäftsführer Ramazan Salman im Beisein von Vorständen des EMZ von der „Schwab Foundation for Social Entrepreneurship“ zum Social Entrepreneur of the Year ernannt, die als sozialunternehmerische Persönlichkeit mit innovativen Ideen zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beiträgt.

2004 erhielten das EMZ und das Gesundheitsamt Stade für das gemeinsame Projekt „Gesundheitliche Prävention durch Impfschutz für Kinder in sozialen Brennpunkten“ den Qualitätspreis der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen (AFÖG) in Düsseldorf.

2001 verlieh die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) dem EMZ für das „MOM-Projekt“ (muttersprachliche Oralprophylaxe für Migrant*innen) den Prophylaxepreis für Präventivmaßnahmen für die Mundhygiene in Forschung und Praxis.